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Förster Nikodem sagt Tod der Fichte voraus

Dienstag, 3. März 2020

In den vergangenen Jahren konnten sich die Mitglieder des Ausschusses Umwelt, Planung, Bau über den Ertrag der städtischen Wälder berichten lassen, seit zwei Jahren sieht dies anders aus. Seitdem der Borkenkäfer in den Wäldern sein Unwesen treibt, ist Schluss mit den positiven Meldungen. Im Gegenteil. Förster Richard Nikodem zeichnete ein düsteres Bild und sagte den Tod der Fichte in der Region voraus.

„Wir haben den Käfer bekämpft – und verloren“, zeigte er resignierend auf. So prognostizierte er, dass in diesem Jahr die letzten grünen Nadeln fallen werden. Doch daran ist nicht nur der Käfer schuld, sondern besonders die Trockenheit des Jahres 2018, die die Käferpopulation erst in erstaunliche Bereich brachte. Der Sommer 2019 brachte ebenfalls ein Wasserminus in die Böden, so dass sich der Zustand verschlimmerte.

„Wir rechnen damit, dass in diesem Winter auf einer Fläche von einem Hektar (100 x 100 Meter) rund vier Millionen Käfer überwintert haben“, so Nikodem. Diese würden nur darauf warten, die restlichen Bäume zu befallen. 

Die Landesregierung gibt zwar Zuschüsse von 9 Euro/Festmeter Fichte für das Abholzen und den Transport zu einem Lagerplatz, doch damit seien gerade mal die Kosten gedeckt. Einen Gewinn für die Waldbauern und die Stadt gebe es kaum noch und könne nur durch den Verkauf nach China und Südkorea erreicht werden.

Ein weiteres aktuelles Problem trete jetzt mit dem Coronavirus auf. „In China stapeln sich die Container und werden nicht mehr entladen. Damit kommen keine zurück und hier kann nichts mehr verladen werden.“ Daher sei der Einschlag jetzt gestoppt worden. Wenn das aber langfristig wegbreche, sei das wirtschaftlich das Todesurteil, malte Nikodem ein düsteres Bild.

Man nutze jetzt die Zeit für Aufforstungen. Die Fichte habe aber ausgedient, es müssen Bäume gepflanzt werden, die dem Klimawandel Stand halten. Dabei soll darauf geachtet werden, nur kleinfächige Anbauten zu machen und so auf Vielfalt zu bauen. Nur so könne der Wald auf Dauer überleben.

Ein Lichtblick ist allerdings, dass wenn keine Fichte mehr im Wald steht, der Borkenkäfer auch verschwinden wird, da ihm die Lebensgrundlage entzogen wird. Doch dann ist auch der Fichtenbestand im Balver Raum nahezu auf dem Nullpunkt.